Dialektologie und Kreationismus

[…] Und am sechsten Tag verteilte der HErr die Dialekte in der Schweiz.

Er verteilte den Zürchern ihren Dialekt, und er war nicht zufrieden. «Ein hässliches Quaken, das geht doch besser!»

Er gab den Baslern ihr Idiom, und dachte: «Das kann’s ja wohl noch nicht gewesen sein!»

Er verlieh den Bernern ihren Dialekt und sah, dass es gut war.

Da rief der Heilige Geist, dass Gott mal schnell herkommen solle, denn er wolle ihm ein lustiges Video auf YouTube zeigen.

Da fiel dem HErrn auf, dass er die Walliser noch keinen Dialekt gelehrt hatte. Da sagte er: «Äba, ich has gratt pressant, iär redät jetz halt einfach äso wiä ich!» […]

So kam es, dass der Walliser Dialekt der schönste unter den Dialekten der Erde war und es entstand viel Zwist und Neid unter den geringeren Völkern der Erde.

Eine apokryphe Schrift aus dem Abgottspon’schen Fundus.

[Der Gag stammt eigentlich aus einem Kabarettprogramm, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt. Wahrscheinlich entweder aus Jürgen Becker: «Ja, was glauben Sie denn?» oder aus Günter Grünwald: «Glauben Sie ja nicht, wen Sie da vor sich haben».]

Über Valentin Abgottspon

Philosoph, Germanist, Lehrer. Wurde am 8. Oktober 2010, nachdem er sich für säkulare staatliche Schulen auch im katholisch geprägten Wallis einsetzte, und sich z.B. weigerte, ein Kruzifix in seinem Schulzimmer zu akzeptieren, fristlos entlassen.
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2 Responses to Dialektologie und Kreationismus

  1. Aladin Burgener sagt:

    hüera güet! :D

  2. Manfred Siebenrock sagt:

    Das isch där Bewiies, dass dr Walliser Dialäkt wirklich a göddlichi Schproch sii muaß.
    Leider han iach das no nia g´hört, wiil iach no nia nöcher ans Wallis ana chumma bi als wia bis Bex.
    Und so muaß iach hald in miim alda Wiesadäler Dialäkt schriieba, sowit iach den no cha. Denn schwöbisch vrschdandad´r doch nit.
    Übrigens, wo Ihr Chuchichäschdli saget, do said ma hier Chuchichänschderli.
    Adje und Got b´fohla ( Das sag iach numme, um zu ärgera :-) )

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