Das Verhältnis der Walliser und Üsserschwizer, illustriert anhand eines Witzes

Es wird ja immer wieder behauptet (und es zeigt sich zuweilen auch IRL), dass die Walliser ein doch etwas spezielles Verhältnis zur Restschweiz und zu den Restschweizern haben. Ich stelle hier einen Aspekt dieses Verhältnisses anhand einenes Witzes dar.

In einem Viererabteil eines Zugs sitzen links eine Nonne und eine junge, sehr attraktive Frau, rechts sitzen ein Zürcher und ein Walliser. Im Zug gibt es technische Schwierigkeiten und die Beleuchtung funktioniert nicht.

Der Zug fährt in einen Tunnel ein, es wird stockdunkel. Plötzlich hört man es laut klatschen und ein «Au!» wird ausgestossen.

Der Zug verlässt den Tunnel und es wird wiederum hell. Der Zürcher hält sich sein Kinn, das den unteren Abschluss eines nun schmerzverzerrten Gesichts bildet und reibt sich sachte sein Kinn und die Wange.

Die Nonne denkt: «Aha! Da wird der Sausack von Zürcher wohl die junge Dame in der Dunkelheit begrapscht haben. Schön, dass es noch derart anständige junge Mädchen in der heutigen Zeit gibt. Die junge Frau hat dem Frechling dann einen gehörigen Schlag versetzt. Wenn nur die gesamte Jugend derart katholisch und untadelig wäre!»

Die junge Frau denkt (und lächelt dabei): «Aha! Da hat der Zürcher bei der günstigen Gelegenheit wohl mich befühlen wollen, als es im Zug dunkel wurde. Und hat dabei die Nonne befummelt. Und die alte Schachtel hat dann wohl ausgehohlt und ihm eine kräftige Ohrfeige versetzt. Schade eigentlich, der Zürcher ist gar nicht so hässlich — für einen Zürcher…»

Der Zürcher denkt (und schaut dabei ziemlich aufgebracht zum Walliser hin): «Verdammter Walliser! Da befummelt er in der Dunkelheit die schöne junge Dame, die mag das nicht, holt zum Schlag aus und versetzt nicht dem Walliser einen kräftigen Schlag, sondern erwischt mich. Und jetzt denken alle, dass ich irgendetwas gemacht habe… Immer sind wir Zürcher die Sündenböcke!»*

Und der Walliser denkt: «Hoffuntli chunnt balt nomal an Tünnel. De chani dem värdammtu Dräckgrüäzi nomal einä uf t Frässa gä!»

*Eigentlich denkt er das freilich im Zürcherdialekt. Aus Geschmacks- und Stilgründen schreibe ich hier aber keinen Zürcherdialekt hin. So was kommt mir nicht in meinen Blog!

Über Valentin Abgottspon

Philosoph, Germanist, Lehrer. Wurde am 8. Oktober 2010, nachdem er sich für säkulare staatliche Schulen auch im katholisch geprägten Wallis einsetzte, und sich z.B. weigerte, ein Kruzifix in seinem Schulzimmer zu akzeptieren, fristlos entlassen.
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3 Responses to Das Verhältnis der Walliser und Üsserschwizer, illustriert anhand eines Witzes

  1. Nathanael sagt:

    Danke Dir für diese Illustration. Kannte zwar den Witz schon von irgendwoher, hat mich aber doch wieder zum Lachen gebracht. Ich bin auf jeden Fall froh ein Walliser zu sein und auch wenn es dazu gehört etwas speziell im Vergleich zur restlichen Schweiz zu sein!
    LG Nathanael

  2. Nun, der Witz wird ja in vielerlei Varianten erzählt, z.B. mit einem Engländer, einem Schotten, Claudia Schiffer und Kussgeräuschen.

  3. San-G sagt:

    Wirkli en super Witz. Er zeigt eu wirkli sehr güet das speziell Verhältnis wawer zum räscht hei!

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