Kreuz entfernt? Das ist Diebstahl. Verlassen Sie unser katholisches Wallis [Fanpost]

Der Schreibende bezieht sich auf die Sendung Arena im Schweizer Fernsehen. Sie wurde übrigens gemäss SF von etwa 300’000 Personen gesehen.

Etwas verwirrt bin ich übrigens über die Aussage, dass ich das katholische Gedankengut in der übrigen Schweiz lächerlich mache. Habe ich besagtes Gedankengut etwa falsch dargestellt oder wird es durch die blosse Darstellung von der übrigen Schweiz als lächerlich empfunden?

Das Kruzifix lagerte zuerst mehr als ein Jahr lang in einem Schrank des Lehrerzimmers. Dann wurde es, entgegen meinem expliziten Wunsch und unter Missachtung meiner Glaubens- und Gewissensfreiheit (hier: Freiheit von Religion) in meinem Schulzimmer von der Schulbehörde aufgehängt. Ich entfernte es dann, legte es in einen Schrank meines Klassenzimmers. Auf Anfrage gab ich der Schulpräsidentin bekannt, wo sich dieses Kreuz befinde. Es wurde dann ein weiteres Mal (wiederum entgegen meinen ausdrücklichen Wunsch und unter Missachtung der Glaubens- und Gewissensfreiheit) aufgehängt. Ich habe es dann wiederum in den Schrank gelegt.

Ich verfüge aktuell über kein stufengerechtes Lehrerdiplom für den Unterricht an der Stufe Sek. I (im Oberwallis: Orientierungsschule, 7. bis 9. Schuljahr der obligatorischen Schulzeit). Dies ist übrigens bei 42* Lehrern (in Worten: zweiundvierzig) im Oberwallis der Fall. Das sind an die 10 Prozent der Lehrerschaft. Nur sehr wenige (ich habe mal gehört, es seien unter 10 Personen) haben sich zu einer Nachqualifikation eingeschrieben. Ich habe mich zu einer Nachqualifikation bereit erklärt, bin an der Universität Freiburg im Üechtland eingeschrieben (Ziel: Gymnasiallehrerdiplom mit den Fächern Deutsch und Philosophie). Ich hatte mein Studium (Lizentiat Germanistik/Philosophie) im Oktober 2006 auf Eis gelegt, weil an der Orientierungsschule Stalden eine Lehrperson krankheitshalber ausgefallen ist. Die Orientierungsschule war äusserst froh und dankbar, in mir einen Ersatz und eine gute Lösung gefunden zu haben. Ich habe dann bis und mit Schuljahr 2008/09 jeweils im Vollpensum in Stalden unterrichtet. Seit Schuljahr 2009/2010 unterrichtete ich jeweils etwa 70 bis 75 % und war daneben (jeweils einen Tag pro Woche) an der Universität.

*Die Zahl von 42 habe ich hier in meinen Notizen, ob sie auch genau stimmt, wäre bei der Dienststelle für Unterrichtswesen in Erfahrung zu bringen, ich bin jedoch sicher, dass es allein im Oberwallis über 30 Personen sind. Es hat KEINE EINZIGE (ausser mir, freilich) dieser Lehrpersonen eine fristlose Kündigung erhalten…

Dass ich im Wallis keine Freunde gewinnen würde, ist falsch. Ich habe durch die Gründung der Sektion Wallis der Freidenker-Vereinigung Schweiz einige Leute kennen gelernt, von denen man mit Fug und Recht behaupten könnte, dass sie Freunde geworden sind. Dass ich mir AUCH Gegner gemacht habe mit der öffentlichen Äusserung säkularer Ideen, das freilich wäre eine richige Aussage gewesen.

«Glaube, Hoffnung, Liebe»: Eine der für mich schönsten Stellen der Bibel, 1. Korinther, 13, hier die (es soll ja nicht immer katholisch sein…) Luther-Übersetzung. Anspielungen darauf ziehen sich sich ja auch durch Krzysztof Kieslowskis wunderbaren Film Trois Couleurs: Bleu (Drei Farben – Blau). Die Filmmusik halte ich für besonders gelungen. Ich persönlich finde Eros und Amor übrigens immer erstrebenswerter als Agape.

Glis,30.0ktober 2010-10-30

Herrn

Valentin Abgottspon

3922 Stalden

Sehr geehrter Herr Abgottspon,

Ich habe gestern mit vielen anderen Wallisern die ARENA im Fernsehen verfolgt und muss leider feststellen, dass Sie alles unternehmen,um unser katholisches Gedankengut das wir Walliser Gottseidank zu über 90 % noch haben in der übrigen Schweiz lä cherlich machen.

Sie haben das Kreuz in einem öffentlichen Gebäude entfernt. Das ist Diebstahl.

Wo ist das Kreuz? Haben Sie es verbrannt? Haben Sie es zur Kehrichtabfuhr gebracht? Wo ist das Kreuz. Als Staldner würde ich Sie das fragen. Als Staldner würde ich Sie wegenDiebstahl einklagen. Sie als Freidenker haben kein Recht zu 99% katholisch denkender
Schulkinder das Heil der Welt (Christus) zu entfernen.

Übrigens so habe ich zumindestens in der Zeitung gelesen,fehlen Ihnen die benötigten Abschlusszeugnisse für eine Sekschule. Warum haben Sie das in der Arena nicht erwähnt?

Herr Abgottspon es ist genug, zerbrechen Sie nicht noch mehrt Porzellan. Bei uns gewinnen Sie keine Freunde. Verlassen Sie unser katholisches Wallis , gehen Sie zu ihren freidenkenden Freunden -Vielleicht verhilft Ihnen ihr Freund Stadler zu einer Stelle.

Ich wünsche Ihnen nicht schlechtes. Ich hoffe nur dass Sie sich an das zurückfinden, was Ihnen die Eltern einst gegeben haben GLAUBE HOFFNUNG LIEBE.

Dafür bete ich für Sie

Mit gottergebenem Gruss

[Adresse und Unterschrift]

05_11_2010Glis1

Link auf die PDF-Datei.

Über Valentin Abgottspon

Philosoph, Germanist, Lehrer. Wurde am 8. Oktober 2010, nachdem er sich für säkulare staatliche Schulen auch im katholisch geprägten Wallis einsetzte, und sich z.B. weigerte, ein Kruzifix in seinem Schulzimmer zu akzeptieren, fristlos entlassen.
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