Komparative Lexikologie: «Studentenfutter» im Duden und bei Bornemann

Studentenfutter, das: Mischung aus Nüssen, Mandeln u. Rosinen zum Knabbern.

– Duden. Deutsches Universalwörterbuch. 6. Aufl. 2006

Studentenfutter: Studentinnen.

– Ernest Bornemann: Sex im Volksmund. Die sexuelle Umgangssprache des
deutschen Volkes, Reinbek b. H. 1971

Das Buch von Bornemann ist übrigens ein Schatz an hübschen Injurien, stilvollen und niveaulosen Trouvaillen. Es lohnt ein Durchblättern.

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zoon politikon: Gott und die Welt (und das Wallis) inkl. freundlicher Erwähnung meines Lieblingsjuristen Peter Margelist

In der Februar-Ausgabe der Studentenzeitschrift zoon politikon war ich journalistisch tätig*, nicht zu verwechseln mit dem vorzüglichen (womit nicht gesagt sei, dass nicht auch die Zeitschrift vorzüglich sei!) scienceblog des selben Namens, geschrieben von Ali Arbia.

*Ohne Honorar, man schreibt ja für die Ewigkeit und das Literaturarchiv, nicht etwa für Geld. Wie schrieb schon der Klassische im Wilhelm Meister?

Der König, dem das Lied gefiel,
Ließ, ihn zu ehren für sein Spiel,
Eine goldne Kette reichen.

Die goldne Kette gib mir nicht.
[…]
Das Lied, das aus der Kehle dringt,
Ist Lohn, der reichlich lohnet.

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Wallfahrt à la Abgottspon: Chaschtolegga, Stalden

Zuweilen gehe ich gerne joggen, denn mein Körpergewicht nähert sich gefährlich dreistelligen Werten. (Unglück, Niedergeschlagenheit, Frustration ob erfolgloser Arbeitssuche, psychischer Druck, Frustfressen…) Und da ich über keinerlei Seele verfüge und fürs Fussballspielen dann doch einigermassen fit sein möchte, trage ich halt ab und an Sorge für meinen Körper. Eine angenehme Joggingstrecke ist jene von Zur Kirche (Dorfteil, in welchem ich wohne) Richtung Chaschtolegga.

Die Chaschtolegga/Chastolegga liegt auf dem Boden der Gemeinde Stalden. Man erzählt sich in Staldenried übrigens immer noch die Geschichte, dass den Staldenriednern der ganze Thelwald von den Staldnern geklaut wurde. Von besoffen gemachten Gemeinderäten wird da geraunt, von schlauen, gerissenen Staldnern, welche die Rieder übers Ohr gehauen hätten, von etwas dümmlichen Rieder Gemeinderäten, welche im Rausch Verträge unterzeichnen. Aber das ist (vielleicht, wenn überhaupt) Geschichte.

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In der sich auf der Chaschtolegga befindenden Kapelle befindet sich ein Gästebuch, in dem Notizen und Gedanken hinterlassen kann.
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Das Verhältnis der Walliser und Üsserschwizer, illustriert anhand eines Witzes

Es wird ja immer wieder behauptet (und es zeigt sich zuweilen auch IRL), dass die Walliser ein doch etwas spezielles Verhältnis zur Restschweiz und zu den Restschweizern haben. Ich stelle hier einen Aspekt dieses Verhältnisses anhand einenes Witzes dar.

In einem Viererabteil eines Zugs sitzen links eine Nonne und eine junge, sehr attraktive Frau, rechts sitzen ein Zürcher und ein Walliser. Im Zug gibt es technische Schwierigkeiten und die Beleuchtung funktioniert nicht.

Der Zug fährt in einen Tunnel ein, es wird stockdunkel. Plötzlich hört man es laut klatschen und ein «Au!» wird ausgestossen.
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Valentin Abgottspon und Arno Schmidt im Magazin des Sonntagsblicks, es ostert

Im Magazin des Sonntagsblick am 17. des Aprils im Jahr 2011 unserer Zeitrechnung erschien ein Artikel zu «Der verlorene Glaube». (S. 12 bis 21)

Lesenswert in diesem Zusammenhang ist auch der Artikel auf der FVS-Seite zum Nationalfonds-Projekt.

Andreas Kyriacou, der Präsident der Sektion Zürich der Freidenker-Vereinigung hat übrigens am SonntagsBlick-Talk «Standpunkte» zum Thema «Wie hast Du’s mit der Religion?» teilgenommen.

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Was denn nun? Kruzifix und Kreuz christlich oder passiv? Grolley will Schüler entscheiden lassen, ob Kruzifix hängen soll

Zwar am 1. April – und ausgerechnet mit einem Schreibfehler beim Gemeindenamen – vermeldet der Walliser Bote, dass die Gemeinde Grolley im Kanton Freiburg sich entschieden habe, das Kreuz wieder in die Schule zurückzuholen. Es handelt sich jedoch nicht um einen Aprilscherz!

Damit sie [die Kreuze] jedoch nicht einfach als Symbol ohne Bedeutung an den Wänden hängen, sind die Lehrer angehalten, zum Schuljahresbeginn das Kreuz zu thematisieren und die Bedeutung des Kreuzes als christliches Symbol in Erinnerung zu rufen.

(Walliser Bote, 1.4.2011, Seite 13)

Die Agenturmeldung bei kipa fasst den Artikel aus La Liberté wohl recht ausführlich zusammen. (Ich habe auf der Webseite der Freiburger Freiheit den entsprechenden Artikel auf die Schnelle jetzt nicht auffinden können.)

Kommentar: Es ist anzunehmen, dass der Gemeinderatsentscheid vom 28. März 2011 im Windschatten des Entscheides des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte im Fall Lautsi v. Italien gefällt wurde. In diesem Urteil wurde jedoch genau darauf zurückgegriffen, dass ein Symbol alleine die Religionsfreiheit z.B. von Kindern religionsloser Eltern oder von areligiösen, religionsmündigen Schülerinnen und Schülern nicht in einem solchen Mass beeinflusse, dass der EGMR hier Italien Vorschriften machen müsste. Es wurde darauf hingewiesen, dass ein Symbol alleine eben nicht eine «Indoktrination» darstelle. Wenn man sich jedoch im hier vorliegenden Fall die Vorgaben an die Lehrpersonen ansieht, ist die staatliche Neutralität in religiösen Belangen keineswegs gegeben. Hier wird einseitig Partei ergriffen und eine ziemlich verklärende Darstellung verlangt. Es wird nicht auf kritisch zu sehende Aspekte der (christlichen) Religion, Religiosität, Religionsgemeinschaften hingewiesen. Jedenfalls wird das nicht explizit verlangt. Ich sehe – sofern die Schilderungen bei kipa und Liberté korrekt sind – die Grundrechte verletzt.
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Nationales katholisches Jugendtreffen Brig im Mai, Weltjugendtag im August in Madrid

Mittlerweile finden sich ausführlichere Informationen zum Jugendtreffen in Brig. Als ich im November 2010 eine Anfrage an die betreffenden Stellen machte, waren noch fast keine Informationen online erhältlich.

Wie im Artikel vom 19. Januar 2011 dargestellt, wurde uns Säkularen von Paul Martone folgendes zugesichert:

In die religiöse Veranstaltung fliesst kein einz[ig]er Rappen an Steuergeldern aus dem Wallis. Vielmehr wird alles durch Spenden und Sponsoren finanziert.

Ein paar wichtige Erwägungen betreffend öffentlich finanzierter Kirchentage und ähnlicher Veranstaltungen finden sich im Artikel Paranoia und Unaufrichtigkeit von Thomas Buchholz bei «Wissen rockt», dem Magazin für junge Humanistinnen und Humanisten.

Zum Glück wird ja aber für den Jugendtag in Brig kein einziger Rappen Steuergeld aufgewendet.
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Rote Anneliese November 2010 online, Thema Laizität im Wallis, Fall Abgottspon/Kruzifix

Die Ausgabe der Roten Anneliese vom November 2010 ist mittlerweile kostenlos im Archiv auf deren Webseite erhältlich: http://www.roteanneliese.ch/wp-content/uploads/2011/02/RA-215.pdf

Anbei habe ich eine auf die Artikel mit direktem Bezug zum Thema «Laizität im Wallis» beschränkte Fassung zusammengestellt. Auch der «Fall Abgottspon/Kruzifix in der öffentlichen Schule/säkulare Schule im Wallis» wird recht ausführlich dargestellt.

Die Online-Petition zur Unterstützung von Valentin Abgottspon läuft übrigens immer noch.

Ich empfehle ein Abonnement der RA. (Reguläres Jahresabo Fr. 50.-, Jugendabo für Lehrlinge und StudentenInnen Fr. 25.-) Die Rote Anneliese wird in Zukunft wahrscheinlich auch weiterhin am Thema «Trennung von Kirche und Staat im Wallis» dranbleiben. Wie schon in der Februar-Ausgabe geschehen und wie es wohl auch für die Anfang April erscheinende kommende Ausgabe der Fall sein wird.

RA-215FD

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Domherrlich falsche Dichotomie: Gott als Massstab oder Mensch als Gott

Am 5. März 2011 erschien auf der Seite 4 des Walliser Boten (Text weiter unten) in der Rubrik «Wort und Antwort» ein Text des Generalvikars und Domherren Richard Lehner. In der WB-Rubrik «Wort und Antwort» erhalten jeweils Geistliche, Priester, Ordensleute etc. die Gelegenheit, ihre Ansichten darzustellen.

Schon der implizite Schritt, dass, wer nicht etwas oder jemand Anderes, Grösseres als Mitte seines Lebens anerkenne, sich deshalb sebst zur Mitte erkläre, ist logisch nicht einwandfrei. Vielleicht ist er auch rhetorisch unlauter und aus taktischen Erwägungen hingeschrieben worden. Wer das Bild und die Idee eines (personalen) Gottes ablehnt, und sein Leben nicht nach derlei unbeweisbaren Annahmen auszurichten gewillt ist, erklärt sich dadurch nicht zwangsläufig sebst zur (einzigen, absoluten) Mitte (seines eigenen Lebens). Es existieren viele Lebensentwürfe, welche auf Übernatürliches verzichten und trotzdem nicht etwa in Egoismus münden. Dem Schritt, dass wer Gott ablehnt, sich selbst zur Mitte erklären muss, ist also nicht zwangsläufig zu folgen. Folgen wir aber auf dem argumentativen Weg trotzdem etwas weiter.

Und weiter geht es tatsächlich mit Siebenmeilenstiefeln: Wer sich selbst zur Mitte erkläre, sei auf Besitz und Macht ausgerichtet, ja mache sich selbst gar zur Göttin oder zum Gott seiner oder ihrer eigenen Welt. Vielleicht ist es für Lehner schwerlich vorstellbar, dass es Menschen gibt, die ohne diese Begriffe auskommen. Wer die Idee eines personalen Gottes ablehnt, muss nicht zwangsläufig sich selber an jene Stelle setzen, welche dieser personale Gott bei gläubigen, religiösen Menschen einnimmt. Man kann auf diese Annahmen und Gottesbilder verzichten, es entsteht dadurch keine Lücke. Und es muss auch nicht eine Ausrichtung auf Besitz und Macht erfolgen. Das eigene Glück, das Glück der Mitmenschen, Familie, der Mitwelt, das Abwenden und Reduzieren von Leid der Anderen, das Streben nach Wissen und Verbesserung der Welt und der darin herrschenden Zustände… solche Ziele vermögen einem Leben einen Sinn zu verleihen, ganz unabhängig von übernatürlichen Göttern. Säkulare Menschen tun Gutes übrigens um des Guten willen. Und nicht etwa, weil sie auf eine Belohnung in einem anderen Leben hoffen; nicht, weil ein (und hier ist es einerlei ob übernatürlicher oder inkarnierter) Gott dieses Verhalten will.

Die Gegenüberstellung der angeblich möglichen zwei Alternativen:

I) ein bescheidenes, demütiges Leben im Bewusstsein und Schutz einer höheren Macht

versus

II) ein Leben, in dem sich der Mensch selber zum Gott erhebt (Hybris, homo mensura…)

ist schlicht eine falsche Dichotomie. Es bestehen nicht einfach nur diese zwei Möglichkeiten, es existieren auch noch andere (Zwischen-?)Stufen.
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Wort zum Sonntag: Die Kirche lebt. Gomora, Sodoma wird also bekämpft.

Am 26. Februar 2011 bei mir zu Hause angekommen. Auch hier wieder ein Hoch auf die Post, denn es war doch recht dürftig adressiert:

Hr. Atheist Abgottspon Valentin
Ex Lehrer
Stalden VS

Und ist trotzdem angekommen. Das mag auch an der geringen Zahl sich bekennender Atheisten in diesem Landstrich liegen. Ich trage den Ehrentitel «Atheist» jedenfalls mit erhobenem Haupte. Besser als ein Guttenplag-Doktor ist dieser Titel in jedem Falle.

Text des Briefes:

X. XXXXXXX Englischgr. 8
Brig

Brig, den 22.2.2011

Hr. Abgottspon

Die Pforten der Hölle werden die Kirche nicht überspannen.

Zur Kenntnisnahme:

In den letzten 2 Jahren wurden in der Region 3 Lourdes Grotten geschaffen, circa 10 Christus-Kreuze an Wegen montiert etc. Die Kirche lebt. Gomora, Sodoma wird also bekämpft.

Gruss
X. XXXXXXX

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